Aufschieberitis erfolgreich bekämpfen

Alle Jahre wieder nehmen wir uns große und kleine Dinge vor, die wir verändern wollen. Abnehmen, mehr Sport (oder überhaupt Sport) treiben, uns gesünder zu ernähren oder das Rauchen aufzuhören stehen erfahrungsgemäß ganz oben auf der Liste, die wir im nächsten Jahr umsetzen möchten. Viele von uns nehmen sich auch vor, endlich den Keller aufzuräumen, die Schränke auszusortieren oder die Fenster zu putzen.  

Aber dann schlägt sie wieder zu: Die ‘Aufschieberitis’! Prokrastination heißt dieses Phänomen in der Fachsprache. Rückendeckung bekommt sie von unserem guten Bekannten, dem inneren Schweinehund, der ihr hämisch grinsend die schönsten Ausreden präsentiert. ‚Später‘ ist sein Credo, das wir dann allzu gerne übernehmen. Diese hinterhältige Kreatur ist nicht nur zum Jahreswechsel aktiv, sondern sie begleitet uns das ganze Jahr über. Je ungeliebter unsere Vorhaben oder Aufgaben sind, desto stärker wird ihr Einfluss. Mit dem Ergebnis, dass wir unsere unliebsamen Aufgaben wie schweres Gepäck nicht nur vor uns herschieben, sondern auch in uns als Gewicht mit uns herumtragen. 

Es gibt einen einfachen Weg, die ‘Aufschieberitis’ zu bekämpfen, ohne dabei unter Druck zu geraten:

Erstellen Sie eine Liste mit den Dingen, die zu erledigen sind.

Diese provisorische Liste darf einfach alles enthalten, was Ihnen einfällt, egal ob Sie es als dringend erachten oder nicht. 
Danach betrachten Sie diese Liste kritisch und ordnen sie farblich in 4 Kategorien:

  • Rot - sehr wichtig, muss dringend erledigt werden
  • Orange – dies muss bis zu einem gewissen Datum erledigt sein.
  • Grün – dies mache an einem bestimmten (späteren) Zeitpunkt.  
  • Blau – das mache ich irgendwann, es stört mich dann aber auch nicht weiter.
     

Sortieren Sie Ihre Liste jetzt neu nach Prioritäten. Setzen Sie eventuell genaue oder ungefähre Daten ein, wann Sie Ihre Aufgaben erledigt haben möchten. Wichtig ist es, dabei realistisch zu bleiben. 

Arbeiten Sie Ihre Liste Punkt für Punkt ab. Setzen Sie dabei auch visuelle Akzente, indem Sie entweder mit Klebezetteln wie oben arbeiten, die Sie dann abnehmen können, oder Sie streichen Ihre Punkte durch oder haken sie ab.

Vorher stellen Sie sich noch folgende Fragen:

 „Wie habe werde ich mich fühlen, wenn ich xy erledigt habe?“
Schließen Sie die Augen und geben sich ganz dem Gefühl hin, das Sie dann haben werden. Was empfinden Sie? Gibt es ein Körpergefühl? Hat diese Empfindung vielleicht sogar eine Farbe? Bleiben Sie ruhig ein wenig in dieser positiven Stimmung……

„Was werde ich endlich tun können, wenn ich meine Aufgabe erledigt habe?“
Ohne Gewicht geht es sich leichter. Das haben Sie sicher nicht nur beim Wandern erlebt. Nein, wenn wir etwas endlich erledigt haben, was wir schon seit Ewigkeiten vor uns hergeschoben haben, fühlen wir uns leichter und freier. Wir können endlich leichten Herzens Dinge tun – und genießen, die wir bisher gar nicht oder nur unter schlechtem Gewissen getan haben, weil wir ja eigentlich und unbedingt noch etwas zu tun hatten.

 

 

Diese Art, ’Aufschieberitis’ zu bekämpfen und Sieger über den inneren Schweinehund zu werden, ist von vielen meiner Klienten und auch von mir selbst mehrfach erfolgreich durchgeführt worden. Immer wenn ich merke, dass ich mal wieder ein unnötiges Gewicht mit mir herumschleppe, greife ich zu dieser Strategie – und fühle mich prompt besser! 

 

Warum sich zu entschuldigen so schwer fällt - und dennoch so erleichtert

Warum fällt es uns nur so schwer, um Verzeihung zu bitten?

Die größte Schwierigkeit dabei ist, dass wir uns selbst eine Schuld eingestehen müssen. Ich habe etwas falsch gemacht oder etwas versäumt. Je nach dem, welchen Anspruch wir an uns selbst stellen oder wie perfektionistisch wir veranlagt sind, macht uns diese Erkenntnis tief betroffen. Manchmal dauert der Prozess, bis wir zu dieser Einsicht gelangen, auch seine Zeit und im schlimmsten Fall verletzen wir die gekränkte Person mit unserem Schweigen immer mehr. Jedoch - umso länger wir warten, desto mehr verhärten sich die Fronten.

Manche Menschen empfinden es auch als Schwäche, sich den eigenen Fehler einzugestehen, aber das Gegenteil ist der Fall – wer jemanden um Verzeihung bittet, beweist Größe!

It's sad (so sad) so sad It's a sad sad situation And it's getting more and more absurd It's sad (so sad) so sad Why can't we talk it over? Oh, it seems to me that sorry seems to be the hardest word.. Elton John

Annalena (Name geändert) bringt ins Coaching ein Problem mit, das sie mit ihrer Freundin hat. Bis vor einem halben Jahr haben sich die beiden Frauen alles erzählt und waren beide glücklich, dass sie jemanden hatten, bei dem sie sich auch in schwierigen Zeiten verstanden fühlten. Annalenas Freundin, nennen wir sie Sophie, hatte ihr eines Tages unter Tränen erzählt, dass sie von ihrem Partner verlassen wurde, Annalena aber gebeten, niemanden davon zu erzählen 
Während eines Kaffeeklatsches mit anderen Frauen ist es passiert: Annalena erzählte von Sophies Unglück.  Es kam wie es kommen musste, Sophie erfuhr davon und seitdem herrscht zwischen den ehemals besten Freundinnen Funkstille. 
Erst wollte Annalena nicht erkennen, wie sehr sie ihre Freundin gekränkt und deren Vertrauen missbraucht hatte. Trotzdem war sie traurig über die Situation. Erst als sie sich ein Herz gefasst und Sophie angerufen und um ein Gespräch gebeten hat und die beiden sich aussprechen konnten, wurde es  leichter. Annalena hat sich zu ihrem Fehler bekannt und versprochen, Sophies Geheimnisse  in Zukunft zu bewahren.

Wie entschuldige ich mich richtig?

Unbedingt persönlich

Und am besten von Angesicht zu Angesicht. Vermeiden Sie auf jeden Fall eine Bitte um Entschuldigung per sms oder WhatsApp. Die schriftliche Form geht nur, wenn die andere Person nicht mehr zu einem Gespräch bereit ist. Bitten Sie dann aber in diesem Schreiben um ein Treffen.

So schnell wie möglich

Je länger Sie den Zeitraum einer Entschuldigung hinauszögern, umso schwerer wird Ihnen der erste Schritt fallen. Die Situation wird schlimmer, die Fronten verhärten sich und der andere ist umso weniger bereit, Ihnen zu verzeihen.

Ehrlich

Bitten Sie nur um Verzeihung, wenn Sie es auch ernst meinen. Ihr Gegenüber wird es merken, wenn Sie Ihre Worte nur aussprechen, ohne sie auch mit dem Herzen zu meinen.

Vermeiden Sie Rechtfertigungen

Wer bei einer Entschuldigung immer wieder erwähnt, dass ‚es nur passiert ist‘, weil dies oder das vorausgegangen war, steht nicht zu seinem Schuldeingeständnis, sondern schiebt – bewusst oder unbewusst – die Schuld auf die Situation oder andere Personen.

Mit eine Geste oder einem kleinen Geschenk

Wem der erste Schritt sehr schwer fällt, dem kann es eine Hilfe sein, einen Blumenstrauß zu überreichen, eine Pralinenschachtel mit dem Aufdruck `sorry‘ oder einem kleinem Büchlein zum Thema. Der Rest ergibt sich dann meist von selbst.

Eine Entschuldigung ist Balsam für die Seele

 – und zwar für beide Betroffenen. Wie leicht man sich fühlt, wenn man die Schuld eingestanden hat und der andere einem verzeiht, das weiß jeder, der es einmal erlebt hat.

Wir können nicht ein böses Wort oder eine Tat ungeschehen machen, aber wir können achtsamer miteinander umgehen. Wir können, wenn wir jemanden Unrecht getan haben, um Verzeihung bitten und wir können Verzeihung gewähren.   

Kontakt und Termin-vereinbarung

Sinn und Wandel

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Susanne Ziegelmeyer
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76307 Karlsbad

Tel. 07202/ 40 98 27

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